Unter meinen persönlichen Lieblingsbüchern findet sich ein ganz besonderes Bilderbuch. Meine Mama hat es für mich gemacht, als ich noch ein Kind war. An der Seite mit den Elefanten und dem Krokodil war ich wohl auch selbst beteiligt. Vielleicht war ich es auch, die die Schäferhunde ausgesucht hat? Ich habe keine klare Erinnerung mehr daran.
Es handelt sich eigentlich weniger um ein Bilderbuch, als um ein Leporello (od. Faltbuch). Die einzelnen Glieder bestehen aus je zwei dünnen, aneinander geklebten Pappen, welche mit, zuvor mit Kleber bestrichenen, Textilbändern verbunden sind. Dadurch sind die einzelnen Glieder sehr fest, bleiben aber hervorragend faltbar. Die einzelnen Seiten wurden zuletzt mit Collagen aus Magazinausschnitten beklebt.

Dieses Bilderbuch kommt (fast) ganz ohne Text aus. Auf acht Seiten zeigt es acht wunderschöne Bilder. Jedes für sich eine ganz eigene Welt, jedes eine eigene Erzählung. Ich liebe es sehr!
Durch seine Auffaltbarkeit und seine an einen Hausgiebel erinnernde Form eignet es sich auch sehr gut als Kulisse bei einem Spiel mit kleinen Puppen oder Figuren. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich allerdings nicht erinnern, ob ich es wirklich jemals als solche benutzt habe. Vielleicht spielt mein Gedächtnis mir auch eine spätere Imagination als vermeintliche Erinnerung vor.

Überhaupt sind Erfreuen, Vergessen, Erinnern und Imaginieren bei diesem Buch zu einem wiederkehrenden Kreislauf geworden. Auch das macht heute seinen Zauber für mich aus. Immer wieder habe ich Phasen in meinem Leben, in welchen dieses besondere Buch für mich sehr präsent wird. Als identitätskriselnder Teenager hatte ich solch eine Phase und auch als junge Erwachsene, als ich nach Berlin zog. Damals bekam ich viele Kisten mit meinen alten Sachen (insb. Bücher 😉 ) mit auf den Weg, die nicht mehr auf dem mütterlichen Dachboden verbleiben sollten. Danach kam es wieder, als meine Tochter geboren wurde und nun mit der Gründung des Eichhörnchenverlags.
Das repetitive Auftauchen dieses Buches scheint in der Reflexion wie ein sehr langsamer aber steter Pulsschlag in meinem bisherigen Leben. Es ist eines jener Lieblingsbücher, die wirklich bleiben.

Lieblingsbücher Nr. 3 – Mamas Leporello
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4 Gedanken zu „Lieblingsbücher Nr. 3 – Mamas Leporello

  • 14. Juli 2017 bei 10:34
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    Wunderschön, Nina! Ein ganz besonders Buch, das mir sehr gut gefällt.
    Vielleicht habe ich irgendwann Enkel, mit denen ich solch ein Buch herstellen kann.
    Liebe Grüße nach Roddahn von Susanne

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    • 14. Juli 2017 bei 10:37
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      Danke Susanne. Ich hänge auch wirklich sehr daran und lasse mich immer wieder gern von den Bildern entführen. 🙂

      Antwort
      • 14. Juli 2017 bei 10:43
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        Mich hat besonders die Familie beeindruckt 🙂
        Übrigens, ich habe gerade das Skizzenbuch von Montag eingescannt. 🙂 ich werde es Montag bloggen.

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        • 14. Juli 2017 bei 11:05
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          Oh, da freue ich mich drauf! 🙂

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