Es gibt ganz in unserer Nähe einen kleinen Tisch mit Bänken am Straßenrand, der Reisende und Ausflügler einlädt Platz zu nehmen und zu rasten. Er wird gepflegt und betreut von einem älteren Paar, welches dort schaut, dass es immer sauber und gastlich ist und auch gelegentlich frische Blumen aufstellt.

Seit gestern steht an diesem Platz nun ein großes Bild. Kunst an einem ungewöhnlichen Ort.

Ungewöhnlich, weil es in unserer Gegend in Brandenburg nicht allzu viele gläubige Menschen und aktive Kirchgänger gibt. Katholisch ist hier sowieso kaum jemand. Auch ich bin nicht religiös in irgendeiner Form. Entsprechend findet man bei uns kaum Heiligendarstellungen im öffentlichen Raum, keine Kapellen am Wegesrand, ja kaum Kirchen, in welchen noch regelmäßig Gottesdienste stattfinden, obwohl jedes Dorf seine Kirche hat. Trotzdem oder gerade deswegen freue ich mich sehr über dieses Bild.

Die Mutter Gottes am Wegesrand. Impression aus Brandenburg. (c) Nina A. Schuchardt.

Das Bild ist ein Kunstdruck mit einer Darstellung der Heiligen Maria. Um ihren Kopf schweben die Köpfe samt angedeuteten Flügeln von fünf Putti, auf ihrer Brust weist sie auf ihr Herz, das unbefleckte Herz Mariä, welches ihre innere Reinheit und Jungfräulichkeit symbolisiert.

Die Heilige Maria hat im christlichen Glaubenskontext auch die Funktion einer Schutzpatronin, besonders in Bayern, wo sie als Patrona Bavariae fungiert und sicher häufiger zu sehen ist. Sie ist aber vor allem die Fürsprecherin der Menschen vor Gott. Sie ist es, die sich uns Sünder*innen annehmen, die uns unter ihrem weiten blauen Mantel in Schutz nehmen soll und sich vor Gott für uns und für Barmherzigkeit ausspricht.

Das Bild am Wegesrand verstehe ich als den freundlichen Gruß und Wunsch an alle Vorbeiziehenden, sie mögen ihren Weg sicher und in Frieden gehen. Diese uneigennützige Freundlichkeit macht mich für einen Moment sehr glücklich und ich freue mich, dass es ein Kunstwerk ist, welches sie ausdrückt.

Mutter Gottes – Schutzpatronin

5 Gedanken zu „Mutter Gottes – Schutzpatronin

    • 25. August 2018 bei 18:52
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      Ich habe mir das Material nicht so genau angesehen, aber auf den ersten Blick sah es so aus, als würde es ein paar Tropfen ganz gut aushalten können… Heute allerdings (wo es inzwischen auch schon etwas Regen geben hat) steht es schon nicht mehr da. Vielleicht wurde es vor dem Regen gerettet? Stattdessen stehen jetzt wieder frische Blumen auf dem Tisch. 🙂
      Hast du übrigens bemerkt, wie gut sich das florale Ornament des Rahmens mit dem Robinienlaub auf dem Boden verbindet? So schön!
      Liebe Grüße
      Nina

      Antwort
      • 28. August 2018 bei 7:41
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        Bist du traurig, liebe Nina, das du es nicht mitgenommen hast? Es war wirklich sehr schön.

        Antwort
        • 28. August 2018 bei 8:54
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          Ha! 😀 Nein, traurig bin ich nicht. Nicht alles, was mir in der Begegnung spontan Freude macht, möchte ich auch besitzen. 😉

          Antwort
          • 28. August 2018 bei 13:14
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            Eine gute Einstellung, Nina, so sieht es aus. Dann wäre selbst euer großes Haus schnell voll 🙂

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