Heute bin ich bei der Tagung „Bildung durch Bilder – Didaktische Perspektiven für Kunstwissenschaft, Deutsch und Geschichte“ vom DFG- Transferprojekt „Bildung durch Bilder. Erkenntnistransfer zwischen Hochschule und Schule“
Das Projekt interessiert mich, denn obwohl es sich eigentlich mit der Wissensvermittlung durch Bilder im schulischen Kontext beschäftigt, behandelt es auch Fragen, die im Grunde Menschen jeden Alters betreffen: Wie werden Informationen aus Bildern und Bildwerken bezogen? Wie kann der Zugang zu Bildern ermöglicht werden und wie können Kompetenzen vermittelt werden, um Bilder zu entschlüsseln, zu bewerten, einzuordnen und nutzbar zu machen?
Ich glaube außerdem, dass es wichtig ist, immer wieder zu Bewusstsein zu bringen, wie starke Kommunikationsmittel Bilder sind, da sie uns stetig in unserem Leben begleiten und beeinflussen – z. B. auch in Form von Werbung und Memes et cetera.

 

 
Nun aber daran anschließend zu den Aufgaben und den No-Gos für die Bücher des Eichhörnchenverlags:
Kinder lernen. Immer und überall. Der Eichhörnchenverlag hat sich vorgenommen, mit seinen Büchern keine bestimmten Lernziele zu verfolgen. Dieser Entschluss folgt zwei Gedankensträngen.
Der erste ist: Es ist unangemessen und unnötig Babys und Kleinkindern Kompetenzen vermitteln zu wollen, die sie in ihren momentanen Kinderleben überhaupt nicht brauchen. Wir (auch wir Eltern) müssen keinen Lernprozess vorwegnehmen aus Angst, die Kinder könnten irgendeinen Vergleich nicht bestehen, könnten eine Erwartung nicht erfüllen.
Der zweite Gedankenstrang ist der, dass es überhaupt nicht nötig ist, dass wir unseren Kindern irgendetwas beibringen, weil sie immer und überall lernen. Wahrscheinlich würde es sogar ausgesprochen schwer fallen, eine Umgebung zu schaffen, in der Kinder nicht lernen.
Bilderbücher sind selbstverständlicher und alltäglicher Bestandteil kindlicher Lernprozesse, aber für uns gilt: Wir müssen den Kindern mittels Bilderbüchern nichts beibringen. Sei werden in jedem Fall lernen! Sie werden z. B. Anhand eines Tierbilderbuches Begriffe und Kategorien von Tieren entwickeln, die sie auch an anderen Orten schon gesehen haben und sie werden Wissen um andere Tiere, die sie vielleicht noch nicht kennen, erlangen.

Zu den Aufgaben und Möglichkeiten der Bilderbücher des Eichhörnchenverlags gehören
– Freude spenden
– (Selbst-)Vertrauen schöpfen aus der zugewandten Kommunikation über dem Buch
– Anlass zu Kommunikation / Sprachbildung
– Begriffsbildung
– Wissensbildung
– so schön sein, dass es auch Erwachsenen leicht fällt, sich die Zeit immer und immer wieder zu nehmen

Nicht dazu gehören insbesondere: Angst machen, der moralische Zeigefinger (Moralische Werte müssen gelebt werden. Ihre Vermittlung kann von keinem Buch erwartet werden.) und Erwartungsdruck.

Über die Aufgaben von Baby- und Kleinkinderbüchern.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: